Samstag, 17. Dezember 2011

Die Geschichte einer Familie

Wenn Vergangenheit Geschichte ist - Eine Familiengeschichte, eingebettet in die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts

Die überarbeitete Fassung als e-book im neuen Gewand




Der Klappentext


Hanna Elisa fliegt gemeinsam mit ihrem Mann in den Mittleren Osten, um ihre Tochter und das neugeborene Enkelkind zu besuchen. Auf dem langen Flug führen die Gedanken sie in eine Zeit, die sie nur aus Erzählungen ihres Vaters und ihres Großvaters kennt, verfangen sich in den unruhigen Zeiten ihres eigenen Beginns.
Es begann alles auf einer Hochzeit, als die fröhliche Lilli dem Marinesoldaten Hardy begegnete, der einst ausgesandt wurde die Welt zu erobern. Der ehemalige U-Boot Funker Hardy, Sohn eines Bergarbeiters oft nur knapp dem Tod auf den Weltmeeren entronnen und Lilli, ein unbekümmertes rheinisches Mädchen, planten voller Zuversicht ihre gemeinsame Zukunft. Tatkraft und Ideenreichtum, Optimismus und Humor prägten ihre Taten, die sie auch die schwierigsten Zeiten überstehen lässt. Hanna Elisa erlebte zwei Welten. Da war Lillis Familie, angeführt von Jakob, dessen hohes Ansehen im Dorf ihn zum Berater der Unsicheren machte. Von ihm lernte Hanna Elisa schon früh, sich einzumischen und die streng katholische Großmutter, die dem Kind nicht erlaubte am Morgen vor dem Beten zu singen. Im Ruhrgebiet lebten Hardys Eltern, unpolitisch und nicht nur zu Jakobs Entsetzen waren sie einst Befürworter Hitlers Politik. Erst als die Auswirkung des Krieges auch ihre Familie erreichte entstanden Zweifel.  Hier erlebte Hanna Elisa Urlaubstage ohne Fesseln, Zusammentreffen der Nachbarschaft auf der Bank unter dem Fliederbaum, gemeinsames Musizieren, Toleranz  -  aber auch das Auseinandergehen der langjährigen Gemeinschaften, als der Fernseher seinen Siegeszug antrat.






Leseprobe



Mai 1945  

Hanna Elisa war in der Zeit der Nachkriegswirren im Haus von Jakob und Sophia, ihrer Großeltern geboren und jedes Mal, wenn sie über das Zusammenfinden ihrer Eltern nachdachte, glaubte sie an eine besondere Bestimmung, die irgendjemand für sie bereithielt. Warum sonst sollten sich so viele Zufälle ereignet haben, – zudem glaubte sie nicht an Zufälle – damit sie geboren werden konnte. Ihr Vater gehörte zu den wenigen Funkern des Geburtsjahres 1922, die die gesamten Kriegsjahre auf U-Booten verbrachten und von einer Glücksfee beschützt, die Katastrophe des Naziregimes überlebten. Ihre Mutter wäre gar nicht geboren worden, wäre vor langer Zeit nicht der Keuchhusten in einem kleinen Dorf am Rhein ausgebrochen und ein alter überforderter Sanitätsrat hätte noch durch den Husten eines Kindes in seiner Seele berührt werden können, der einst das Grauen des ersten Weltkrieges nur dadurch überlebte, dass er sein Innerstes vor Leid und Elend verschloss.
Im Jahre 1912 kaufte Jakob für siebentausend Goldmark noch vor seiner Hochzeit Hanna Elisas späteres Geburtshaus. Das Fachwerkhäuschen bot gerade so viel Raum, dass in Notzeiten zwei Familien unter seinem Dach leben konnten. Der schmale verputzte Giebel des einfachen "Hüsjens" zeigte zur Straße, alte dichte Rosenbüsche säumten den Weg zur Haustür. Hinter dem Haus befanden sich ein gepflasterter Hof, ein kleiner Blumen- und Kräutergarten, in dem im Herbst das Wintergemüse eingeschlagen wurde, ein Stall für Ziegen, Schweine und Federvieh, ein Hühnerhof und eine von einem alten Walnussbaum überragte Scheune. Der sparsame Jakob bezahlte das Haus bar. Sophia lobte bis ins hohe Alter die Klugheit und Weitsicht ihres Mannes, dem sie sich in so jungen Jahren anvertraute.
  Hanna Elisas Vater kam im Spätherbst 1945 nach der Entlassung aus britischer Kriegsgefangenschaft als Verlobter von Jakob und Sophias Tochter Lilli ins Haus seiner zukünftigen Schwiegereltern. Freudig hatte Jakob Weihnachten 1944 der Verlobung seiner jüngsten Tochter zugestimmt und mit Hilfe der gesamten Verwandtschaft das Fest so aufwendig gestaltet, wie die Zeit und die notwendigen Einschränkungen es zuließen, denn Jakob war überzeugt, es lohnte sich wieder in die Zukunft zu planen und wagte vorauszusagen,
„Das ist das letzte Weihnachtsfest dieses Krieges und damit ist auch das Ende von Hitlers Regime absehbar! Wir sehen besseren Zeiten entgegen.“
  Sophia hoffte, Jakob würde Recht behalten, mahnte aber zur Vorsicht. Noch war Hitler an der Macht und unbedachte Äußerungen hatten schon anderen geschadet. Man konnte nie wissen, wie sein Gegenüber dachte und das Gehörte nutzen würde.
  In kommenden Jahren fragte Hannas Vater sich oft, war es Dummheit, Verantwortungsbewusstsein oder Treue, dass er nach der Gefangenschaft zu Lilli zurückkehrte und andere Möglichkeiten der Lebensgestaltung unbesonnen verstreichen ließ.
Als der Krieg sich im Februar 1945 seinem Ende näherte, Großadmiral Dönitz seine U-Boote nicht mehr zu Himmelfahrtskommandos in die Weltmeere entsandte, der Lebensraum um Hardy, der bereits in Schutt und Asche lag, sich in ein unübersehbares Chaos verwandelte, hielt er sich in der Nähe von Hamburg auf.
Einzelheiten des Tages, an dem er sich vom Militärdienst verabschiedete, kurz entschlossen seine Einheit verließ, den Befehl, sich am Endkampf zu beteiligen missachtend, hatte er über die rasant aufeinander folgenden Ereignisse vergessen. Im Gegensatz zu seinen Vorgesetzten glaubte er schon lange nicht mehr an die Möglichkeit, die immer näher rückenden Alliierten aus dem am Boden liegenden Deutschland noch in letzter Minute vertreiben zu können. In Erinnerung geblieben war ihm nur ein kurzer Ausschnitt dieses Tages, der in seinen Träumen immer wieder kehren würde.
Er stand am Rand eines lichten Wäldchens, vor ihm lag eine freie weite Wiese. Trotz der pausenlos in seine Richtung fallenden Schüsse stand er unbeweglich und wagte es nicht, aus dem Grün des Buschwerks herauszutreten. Erst als der Windzug einer vorbei fliegenden Gewehrkugel sein Ohr streifte, setze er einen Fuß auf die Wiese und ohne über die Folgen nachzudenken begann er zu rennen. Er rannte, behindert durch den auf seinem Rücken festgeschnallten prall gefüllten Rucksack und den dicken feldgrauen Marinemantel, den er erst vor wenigen Tagen für den Bodeneinsatz zugeteilt bekam und an diesem Morgen zum ersten Mal angezogen hatte, so schnell über das leicht ansteigende Gelände wie in seinem ganzen Leben noch nicht. Die hinter den Bäumen und Büschen lauernden Schützen verstärkten den Angriff auf den allein in weiter Flur rennenden Hardy und schossen pausenlos weiter und Hardy rannte und rannte auf den in unendlicher Ferne liegenden Wald zu, der an das Feld angrenzte mit dem Wissen, eine bessere Zielscheibe, als er den Tommys bot, hätten sie nirgendwo bekommen können.
  Während er rannte und links und rechts von ihm die Gewehrschüsse in den Boden einschlugen, griff seine Hand fester um das Gewehr, das vollkommen nutzlos über seiner Schulter hing. Fast hätte er gelacht. Aber Luftmangel hinderte ihn daran. Und immer noch fielen links und rechts von ihm die Schüsse und er war davon überzeugt, sein Leben hing nur von der Schnelligkeit seiner Beine und der schlechten Qualität der feindlichen Gewehre ab. Indem er rannte schweiften seine Gedanken in die Vergangenheit. Der fröhlich klingende Refrain eines längst vergessen geglaubten Kinderliedes, das vor eintausendundzwanzig Jahren Morgen für Morgen in seinem Kindergarten gesungen wurde, dröhnte in seinen Ohren,
„links, rechts, links, rechts,
Säbel an der Seite, Schulter das Gewehr
und mit großer Freude marschieren wir daher
 links, rechts, links, rechts“
und er erkannte, warum er sich schon als kleiner Knirps dagegen gesträubt hatte, das Lied zu singen.
„Oh Gott, lass die Tommys daneben schießen!“
„Junge, Tempo, Tempo!“
feuerte er sich an, noch schneller zu laufen.
  Nie war es ihm so gegenwärtig, die Kugel war schneller als der Schall. Aber was nutzte dieses Wissen, die an ihm vorbei fliegende  Kugel steckte bereits irgendwo im Boden, wenn er sie hörte, aber was passierte mit der nächsten?
  Es blieb ihm keine Zeit darüber nachzudenken. Die kühle Morgenluft griff die Atemwege an, Bronchien und Lungen schmerzten. Der Wald näherte sich und wieder pfiff eine Kugel an seinem Kopf vorbei. Hardy schmiss sich in das von Wind, Schnee und Regen nieder gedrückte Gras des vergangenen Herbstes. Atemlose Stille. Er lauschte.
 Wahrhaftig, die Tommys glaubten, ihn getroffen zu haben. Es wurde nicht mehr auf ihn geschossen. Erst in diesem Augenblick wurde ihm bewusst, er hatte nicht nur ein Gewehr, er hielt auch eine Panzerfaust in der Hand. Vorsichtig sah er sich um, robbte ein paar Meter weiter und ließ sie in eine Bodensenke gleiten,
„Genug des Heldentums!“
und da die Schießpause anhielt und sein Atem sich beruhigt hatte, richtete er sich vorsichtig auf,  und lief  los, und lief und lief, lief seinen Häschern und ihren Gewehren in den dicht mit Unterholz bewachsenen Wald davon.
Noch nach Jahrzehnten spürte er die Angst, den Zorn und die Ernüchterung, wenn er sich daran erinnerte, dass der Wald ihm auch nicht die Sicherheit bot, die er sich erhofft hatte, denn dort stand ein Panzer, umringt von deutschen Soldaten und er wurde aufgefordert, sich zu einem zweiten in der Nähe stehenden Panzer zu begeben, um gemeinsam mit ihnen ein für alle Mal den Feind aus Deutschland zu vertreiben.
  Indem Hardy bereits vor Jahren die Taktik der Machthaber durchschaute, die die eigenen Kriegsberichterstatter dazu missbrauchten durch Falschmeldungen die jungen Soldaten zu motivieren, unerschrocken in den Kampf für eine bessere Welt zu ziehen, versank für alle Zeit sein Glauben an die Mächtigen in den Tiefen der Meere, begleitet von den Schreien ertrinkender Feinde und Freunde.
 Hätten sie nur annähernd so viele U-Boote besessen, wie Hitler seinem Volk zu Beginn des Krieges verkündete, wäre England vom Nachschub abgeschnitten worden. Aber so? Nur ein Drittel der vorhandenen Boote befanden sich auf Feindfahrt, ein weiteres Drittel war zum Auftanken auf Kurs in den Heimathafen, das letzte Drittel lag zur Reparatur in der Werft und als er mit der U-2  zu seiner ersten Feindfahrt abkommandiert wurde, besaß die Deutsche Kriegsmarine insgesamt zwölf einsatzbereite U-Boote. Beim Anblick der fanatischen jungen Soldaten, die jetzt noch bereit waren für die Vertreibung des Feindes Gesundheit und Leben zu opfern, dachte er an die Euphorie zurück, mit der er und seine Kameraden zum Unternehmen „Seelöwe“ anrückten, das in den ersten Monaten des Krieges gestartet wurde. Auf Hitlers Befehl wurden sämtliche auch im privaten Besitz befindliche Motorboote, auch die allerkleinsten, auf der Ostsee zusammen geführt.  Die Bootseigner, als Maschinisten angeheuert, vereidigt und in Uniformen gesteckt, blieben auf ihrem Boot. Keiner kannte die vorhandene Technik besser als sie. Sie nahmen Kurs auf England, erhielten den Befehl, die Insel zu isolieren, hielten Ausschau nach einem Feind, der sich nicht zeigte und verbrachten erholsame Tage auf dem Wasser. In Ermangelung des echten Feindes baute die Besatzung des Bootes, auf dem Hardy seinen Dienst versah, unter Anleitung eines „alten Hasen“  Windvögel in vielfältiger Ausfertigung, entließen sie in die Freiheit und als sie hoch am Himmel standen, ernannten sie ihre Werke zu Zielscheiben und schossen sie ab. Ihre Unerfahrenheit ließ zu, dass sie es bedauerten, als die Operation noch vor der ersten Feindberührung abgebrochen wurde und sie unbeschadet vollzählig wieder in ihre Heimathäfen einliefen.
 „Verdammte Scheiße! Wie viele unsinnige Befehle ich schon entgegen genommen habe! Jetzt ist Schluss! Mich haben sie genug verarscht“.
  Hardy hatte die Kriegsjahre körperlich unversehrt überstanden. Sollte er noch in den letzten Kampftagen sinnlos sein Leben in Gefahr bringen? Hatte er nicht erst vor wenigen Minuten beschlossen kein Held zu sein?
  Nein, er war neugierig auf eine Zukunft, die er selber gestalten würde, in die er nicht einplante, als Befehlsempfänger einer Obrigkeit zu dienen, die zum Wohle des Volkes nur die eigenen Vorstellungen durchsetzten und missachtete diese und weitere Aufforderungen sich kleinen Kampftrupps anzuschließen und er lief abermals, entfernte sich von den Panzern, dem Kampf und weiteren Schüssen und stolperte in sein ureigenes Leben hinein.
  Bereits einen Tag später saß er in Zivilkleidung, seine Uniform hatte er gut versteckt und würde ihm in geänderter Form in den nächsten Jahren noch gute Dienste leisten, in der Küche eines großen Bauernhofes und lauschte ungläubig den Worten der Bäuerin, die ihm erzählte, dass seit Beginn des Krieges russische Zwangsarbeiter bei ihnen lebten, die das Großdeutsche Reich bei der Machterweiterung mit ihrem Einsatz unterstützen sollten und jetzt besorgt fragten, wo sie ihr weiteres Leben verbringen würden.
  Nach den langen Jahren des Krieges liebten die Russen die norddeutsche Landschaft, die deutsche Sprache und Kultur und keiner von ihnen wollte in die stalinistische Sowjetunion zurück und ihnen wäre es recht, könnten sie in Deutschland bleiben.
  Wie viel Leben hatte Hardy in den Jahren auf dem Wasser versäumt?
Mit wenigen Worten gab der Bauer zu verstehen, er hat  Platz, Arbeit und Nahrung für jeden, der in dem augenblicklichen  Durcheinander den Weg zu ihm fand.
Vor gar nicht langer Zeit wurde auf Befehl des Militärs in einem nahe gelegenen Bunker mit größter Diskretion ein reichhaltiges Lebensmittellager angelegt, bestimmt für die den Endsieg herbeiführenden Soldaten.
„Viele meiner Erzeugnisse liegen in den dunklen Gemäuern.  Wem nützen sie, wenn nicht uns! Die Sorge um den  Endsieg hat sich glücklicherweise erledigt und unsere Soldaten werden  von den Tommys ernährt. Also schaden wir niemanden, wenn sie in unsere knurrenden Bäuche wandern“. 
  In diesen Tagen nun, in denen das Großdeutsche Reich zusammenbrach, fanden die Vorräte endlich den Weg in den Kochtopf und die Gestrandeten, Soldaten, Flüchtlinge, Obdachlosen  und Zwangsarbeiter, die den Hof für sich als Unterschlupf entdeckten und bereit waren, bei den anfallenden Arbeiten mit anzufassen konnten bleiben, Atem schöpfen in der Stille der Landschaft. Alle wurden satt.
Die meisten von ihnen kamen aus dem zerbombten Hamburg. Schauspieler,  Schriftsteller, Journalisten, Techniker, Professoren, Handwerker, eine bunt zusammen gewürfelte Gesellschaft setzte sich zu den Mahlzeiten mit Knechten und Mägden an einen Tisch. Selbst für die Verwöhnten und Ungeschickten gab es zu tun. Sie putzten Gemüse, schälten Kartoffel, wuschen und bügelten die Wäsche, halfen die Tiere zu füttern und misteten die Ställe aus. Durch das erfahrene Leid  waren einige von ihnen nicht in der Lage eigenständig ihren Tagesablauf zu gestalten, hörten immer noch die Schreie verletzter Kinder, den Fliegeralarm und das Zischen der fallenden Bomben, sahen das Feuer in den zerstörten Städten wüten. Sie holten in ihren Träumen ihre Liebsten zurück, die unter den Trümmern der Häuser begraben waren, die ihnen seit Generationen Sicherheit geboten, für die Zukunft Geborgenheit und Schutz versprochen hatten und nun baten ihre Toten darum, in Frieden gehen zu dürfen, losgelassen zu werden von den Lebenden, die orientierungslos durch den Tag liefen, auf die Anweisungen der Starken wartend. Niemand redete über das Erlebte. Schweigend ertrug jeder sein Leid.
  Am achten Mai 1945, Hardy wurde an diesem Tag dreiundzwanzig Jahre alt und die Gutsherrin hatte ihm einen Geburtstagskuchen backen lassen, marschierten die Briten auf dem wunderschönen Anwesen ein und Hardys Traum von der Freiheit zerbrach ebenso schnell wie die Gemeinschaft der Gestrandeten. Die Tommys annektierten den Hof. Die russischen Zwangsarbeiter wurden auf Lkws verfrachtet und in die Sowjetische Zone gebracht. Jeder wusste, dass Stalin alle inhaftieren würde. Trotzdem gab es für sie keine Möglichkeit in Deutschland zu bleiben, um dem schrecklichen Schicksal zu entgehen. 







In den Trümmern von Remagen aufgewachsen habe ich mir seit  frühester Kindheit Gedanken zum Krieg gemacht, ob von Staatshäuptern oder Industriellen ausgehend, ob der Krieg sich gegen den Menschen richtet oder gegen die Natur. (die letztendlich immer beide betroffen sind) Die Entwicklung der Waffen spricht nicht von Intelligenz sondern von Verblendung und Selbstverliebtheit. 

Mein Fazit, kein Krieg ohne Religion, Gier, Dummheit, Kurzsichtigkeit, Überheblichkeit. Kein Krieg ohne die Denkweise der Krupps, Thyssen und Quandts.... Auf allen Kontinenten unserer Erde fehlt Geld für Bildung und Nahrung, aber nirgendwo für Waffen. Still und leise wurde während der letzten Fußballweltmeisterschaft die Luftwaffe der Bundeswehr für Milliarden aufgerüstet, vor wenigen Wochen wurden wieder Milliardenbeträge bewilligt. Sind wir bereit wieder zu töten? 
Leid über die Menschheit zu bringen?

Wo bleibt der Aufschrei des Volkes??

Und gleichzeitig wachsen in unserem reichen Land Kinder in Armut auf, hungern, Bildung bleibt ihnen versagt, kein Geld für Kita und Ganztagsschulen. (Ein gebildetes Volk ist nicht manipulierbar) Die unteren Einkommengruppen werden von unseren Machthabern immer höher belastet, läßt die Reichen noch reicher werden. 

Es ist Zeit aufzustehen, aber wer beginnt?

Ein sonniger September - Enzo erzählt


Vom Geschichtenerzähler Enzo und einem sonnigen September



Es ist Nacht, der Katzen schönste Zeit. An ganz normalen Tagen bin ich mit der  Katzenbande zu dieser Stunde schon im Dunkel verschwunden. Die Dächer der umliegenden Häuser,  Büsche, Bäume, Gartenhäuser, Keller und ein alter Hühnerstall laden ein zu tausendundeinem Abenteuer. Irgendwann aber haben wir genug Mäuse gefangen, Nachtfalter gejagt und den Kröten hinter her gesehen, die Alten eher, die Kleinen etwas später. Schließlich besitzen sie noch die Ausdauer der Jugend. Und dann wird es auch schon Zeit für den nächtlichen Diskussionskreis. Hintereinander huschen alle Katzen des weiteren Umfeldes in Renates zum Geräteschuppen umgestalteten Hühnerstall, setzten sich auf Abstand bedacht  in einem so großen Rund zusammen wie es die Wände des Stalls erlauben und der Austausch der Tagesereignisse beginnt. Die Alten, der vielen Reden müde, setzten sich in majestätischer Haltung auf  die Reste der etwas abseits liegenden Strohballen. Sie genießen das Zusammensein wortlos, erinnern sich an vollbrachte Heldentaten und viele Streiche, die die Jungen ihnen niemals zugetraut hätten. Aber sie schweigen, wissen sie doch das Taten aus vergangener Zeit die Jugend wenig interessiert. Ihr Leben steht jetzt im Mittelpunkt. Lenin, seit Minous Verschwinden  mein allerbester Kumpel, gesellt sich zu mir. Es gibt Tage, da kann ich seine Anwesenheit nur schwer ertragen, obwohl ich ihn gern habe und seine Art sehr schätze. Aber er kam ins Haus, weil Minou verloren ging...
 Natürlich versuche ich die negativen Gefühle zu verbergen, aber Lenin ist sehr feinfühlig und erkennt meine Stimmung sofort und dann zieht er sich traurig in sich selbst zurück. Heute geht es mir gut und Lenin ist entspannt und glücklich. Er lebte in seinem ersten Lebensjahr mit neun anderen Katzen bei einer sehr alten Dame. Sie wurde krank und es blieb keine Hoffnung auf Genesung und ihre Kinder kamen aus der Ferne und brachten Lenin und seine Familie in das seit einiger Zeit ständig  überfüllte Tierheim. Sie wurden gut versorgt und fügten sich geduldig in ihr Schicksal. Als Renate meine Trauer über den Verlust meiner kleinen Schwester nicht mehr mit ansehen konnte, sie selber bei meinem Anblick auch immer trauriger wurde und die alten, ach was sage ich, die uralten Katzen Luigi, Kitty und Carlito auch nur weise Sprüche von sich gaben, sagte sie, jetzt ist Schluss mit der Trauer, jetzt fahre ich ins Tierheim,  und sie sah Lenin in die Augen und  spürte, das ist der richtige Kumpel für Enzo. So war es auch und er ist es immer noch. Die kleine alte Kitty ist gestorben, aber das ist eine andere Geschichte und es kamen die wunderschöne Arischa und ihr Halbbruder Dimitri ins Haus. Heute durften die beiden das erste Mal mit uns in die Dunkelheit hinaus.  Mit großen staunenden Augen liefen sie an unserer Seite, tobten, haschten nach Unbekanntem, wollten gar nicht mehr von dem mit Efeu bewachsenen Dach herunter kommen, fielen fast in den Teich. Aber Lenin und ich sind gute Pflegeväter, keinen Augenblick lassen wir sie aus den Augen.
Jetzt sind wir vollzählig versammelt, fast vollzählig muss ich bemerken. Der dicke Bilbo trudelt immer etwas später ein. Er kontrolliert noch diverse Futternäpfe, die die Menschen für die Igel gefüllt haben. Nicht das jetzt jemand etwas Falsches denkt, er kontrolliert sie nur, sein Körperumfang spricht für sich, er hat das nicht nötig, er wird bestens versorgt.
Alle Augen sind auf mich gerichtet, wollte ich doch vom wunderschönen Herbst mit Minou erzählen. Lenin und die Kleinen kennen die Geschichte auch noch nicht und ich überlege, wie ich beginne.
Es war September, wunderschönes Wetter und  Renates Mann packte das Auto, schleppte Koffer, Katzenkörbe, Spielzeug, Blumenstauden, Bambus, und Büsche, alles Ableger aus unserem Garten, ins Auto. Minou und mich verfrachtete er im Reisekorb, und alles wurde im Auto verstaut. Die Alten wollten zu hause bleiben,  Reisen lehnten sie ab. Für Betreuung, Fressen und Streicheleinheiten war gesorgt. Unser Ziel war der Garten, indem One und Two in jeder freien Minute Fußball spielen. Hier begann unsere Freundschaft. Gemeinsam wurde gebuddelt, gegossen, Ball gespielt und traurig kletterten wir nach einer Woche wieder ins Auto, als es nach getaner Arbeit, viel Geschnatter und Gelächter, Sekt trinken, Kuchen essen und  Sahne schlecken, Herzen und Küssen hieß, Abschied zu nehmen, ab nach Hause.
Kommen wir von einer längeren Fahrt zurück führt  Renates Schritt sie zuerst  in den Garten. So auch diesmal. Unseren Reisekorb noch in der Hand, sich hinunter beugend  um ihn abzustellen, fällt ihr Blick auf die Wiese unter den Walnussbaum. Oh Schreck, Minou und ich springen aus dem Korb, den Renate unsanft, aber bereits geöffnet, auf die Erde fallen lässt. Was ist passiert?  Die gesamte Nachbarschaft scheint ihre Regenfässer, Speisskübel und einen Pool auf unserer Wiese abgestellt zu haben. Schnell löst sich  das Rätsel. Der Teich hat ein Loch, die Fische sind in den  Pool umgezogen, die Wasserpflanzen versuchen in den zahlreichen Behältern zu überleben. Das mussten wir begutachten. Wir rannten zum Pool und vorsichtig balancierten wir auf dem dicken Luftring. So nah waren wir den Fischen noch nie. Renate hatte uns von Anfang an unmissverständlich erklärt, sie duldet nicht, wenn wir Tiere töten, ausgenommen Mäuse und Ratten.  Schweren Herzens richten wir uns danach, auch wenn es an manchen Tagen sehr schwer fällt, vor allem dann, wenn wir alleine sind und unsere Taten von niemanden bemerkt werden. Renate trat an den Pool, nahm jeden von uns in eine Hand und aus war der Traum, den Fischen nahe zu sein.
In den nächsten Tagen  verwandelte sich der Garten in ein wunderschönes Chaos und der Teich war nur noch ein großes Loch mit steilen Wänden. Minou und ich waren erst ein paar Monate alt und dieser Trichter riesig und auf Renates Wunsch vergrößerten ein paar nette junge Männer ihn noch und legten Terrassen an, formten und verschönerten die gesamte Ansicht, und unsere Spiellandschaft war vollkommen. Wir jagten uns kreuz und quer, hinauf und herunter und rundherum. Im Flachland geboren und aufgewachsen konnten wir uns jetzt vorstellen, wie schön es sein muss in den Bergen herumzulaufen. Alles machten wir gemeinsam. Selbst der alte Luigi gesellte sich an diesen Sonnentagen zu uns, und wenn er auch nicht mehr soviel tobte, den  herunter kullernden Lehmbrocken lief er auch hinterher. Kitty lag auf ihrem Lieblingstisch und blinzelte uns wohlwollend zu. Immer wieder liefen wir zum Pool, sahen Renates besorgten Blick. Sie fürchtete um Goldorfen, Koi  und Bitterlinge. Zügig sollte die Arbeit voran schreiten, damit vor dem Winter alles schön gemütlich für die Fische wäre. Und eines Tages war es dann soweit. Wir wurden des Teiches verwiesen, freundlich aber bestimmt. In angemessener Entfernung beobachteten wir die starken Jungs, die die riesige Plane mit lautem Hauruck auslegten, sich gegenseitig auf die Schulter klopften und Renate zufrieden lachte. Regenwasser lief ein, Unterwasserpflanzen wurden eingesetzt und die Spannung stieg. Was passiert mit den Fischen. Können wir vielleicht doch einen schnappen, einen ganz kleinen? Ihr könnt es euch denken. Wie geschickt wir es auch anstellten, Renate ließ sich nicht ablenken. Minou veranstaltete die größten Faxen, stellte sich auf die Hinterbeine, imitierte ein Erdmännchen, verfolgte auf dem Rand des Pools einen Marienkäfer, zeigte kein Interesse für die Fische. Pirouetten drehend tanzten wir zu den  Fässern, knabberten an Gräsern, folgten springend  einem weißen Schmetterling. Renate amüsierte sich über unsere Mätzchen,  durchschaute sie aber. Sorgsam nahm sie die Fische aus dem  Pool, in dem nur noch wenig Wasser war und ließ uns erst aus den Augen  als der letzte Fisch umgesetzt war. Erschöpft aber zufrieden nahm sie uns auf den Arm, stellte sich an den Teich und wir schauten gemeinsam den dicken Goldorfen zu, die aufgeregt ihre Bahnen zogen. Endlich wieder Platz, riefen sie. Aber das verstanden nur  Minou und ich. Stolz erzählten wir allen im Garten lebenden Tieren, die Fische haben die Aktion unbeschadet überlebt. Seite an Seite saßen wir von nun an jedem Abend am Wasser, beobachteten die Fische, sahen den Wasserläufern zu, und grübelten, wie sie es schafften ohne Hilfe über das Wasser zu laufen. Wir versuchten das auch, immer wieder, wir wollten nicht glauben, dass diese kleinen Käfer etwas können, das uns nicht gelang. Aber unsere Versuche scheiterten kläglich. Immer wieder versanken wir im Wasser, schwammen jedes mal aufs Neue erschrocken ans Ufer, beobachteten weitere Stunden, ja Tage, die kleinen Tiere und ergründeten ihr Geheimnis nicht. Nachdem wir dann noch einige missglückte Laufversuche auf dem Wasser unternahmen, den im Zickzack-Kurs fliegenden Libellen hinterher sprangen und dabei auch im Wasser landeten, und zu unserer Schmach jedesmal  in ein Badetuch gewickelt wurden, gaben wir auf und achteten auf einen angemessenen Abstand zu allen am und im Wasser lebenden Tieren. Nichts sollte uns mehr locken.
Wenn Minou und ich aus lauter Neugier und Übermut ins Regenfass fielen, Renate uns trocken rubbelte und tröstende Worte sprach, das konnten  wir genießen. Das tat gut. Aber nach einem wohl überlegten Versuch, der dann kläglich scheiterte, lachend  in ein Handtuch gewickelt zu werden, das war zu viel, das war gegen die Katzenehre. Da waren Minou und ich einer Meinung.















Die Geschichte von Luigis abenteuerlichem Weg ins Natur- und Katzenhaus erzählt von Enzo Ferrari


        Enzo erzählt von Luigis abenteuerlichem Weg ins Natur- und Katzenhaus



Luigi ist ein Kater, wie ich. Er ist nur viel älter und rot getigert mit weißer Schwanzspitze.
Es geschah vor langer Zeit, da wurden drei kleine Kätzchen in einem Haus geboren, in dem eine Familie mit großen persönlichen Problemen wohnte. Das bedeutete, sie zankten und  schrieen den ganzen Tag und ab und zu schubsten und schlugen sie sich. Das war nicht nur für die Kinder furchtbar, die Katzen litten auch und so machten sie sich auf den Weg ein neues zu Hause zu finden. Zu Dritt marschierten sie los und schon nach kurzer Zeit fanden die beiden langhaarigen wunderschönen  Mädchen eine Ruhe und Zuwendung versprechende Unterkunft. Katerchen  war zu scheu sich den Menschen zu nähern.  Durch einen Fußtritt seines ewig schreienden ausrastenden  Futtergebers war sein Kiefer gebrochen, das Fressen beschwerlich und er konnte sein Maul nicht ganz schließen. Es schmerzte. Kam ein Mensch in seine Nähe, geriet er in Panik und seine Augen sprachen von der Angst vor weiteren Schlägen und Tritten. So wanderte er aus der kleinen Stadt hinaus. Es war Sommer und der Tisch für einen hungrigen Kater in der Feldflur reich gedeckt. Regnete es, fand er in einer kleinen Scheune Unterschlupf, in der schon  andere heimatlose Katzen gestrandet waren und ein freundlicher Mann täglich eine große Schale mit Milch füllte.  Es wurde Oktober, der erste kalte Wind strich über abgeerntete Felder. Katerchen war nun fünf Monate alt und ihm war anzusehen, wie groß und stark er einmal werden würde. In der Hierarchie der Scheunenkatzen stand er noch auf der untersten Ebene, aber das störte ihn nicht. Er dachte nie daran die Scheune und seine Kumpel zu verlassen. Aber es kam anders.
Nicht weit von der Scheune entfernt führte ein Spazierweg vorbei, der täglich von vielen Menschen genutzt wurde, ihre Hunde auszuführen. Die meisten fuhren mit dem Auto vor, öffneten die Tür, ihr Hund sprang heraus und rannte im Sauseschritt am Straßenrand entlang und der Mensch fuhr langsam mit dem Auto hinter ihm her. Hier und da gab es auch Menschen die sich darüber freuten mit ihrem Hund zu rennen, zu toben, Stöcke zu werfen und einfach gemeinsam Spaß zu haben. Und das ist die Stelle an der Katerchens Leben sich ändern sollte.
Luise ging mit ihrem kleinen schon etwas älteren, keiner Rasse zugehörenden mit Katzen und Vögeln aufgewachsenen Hund, einfach ein rundherum netter intelligenter schwarzhaariger Herr mit Namen Blacky, den Weg entlang. Sie nahmen sich viel Zeit. Wie jeden Morgen lief ihre  kleine Katze  Flecki hinter ihnen her, während die alten Kater zu Hause blieben und die Ruhe vor der allzu lebendigen Gefährtin genossen.
Es war ein herrlicher Herbsttag, Sonnenschein verwöhnte die Erde und ihre Bewohner und so liefen das Trio fröhlich immer weiter, bis sie den Bereich der eingezäunten Steinbrüche erreicht hatten.   
Was war das? Blacky spitzte die Ohren, Flecki wurde unruhig und versuchte einen Weg über, unter oder durch den Zaun zu finden und Luise nahm ein klägliches Miauen wahr. Sie war eine tatkräftige Frau, zögerte nicht lange, bat die Tiere am Zaun stehen zu bleiben und kletterte kurz entschlossen darüber. Am Rand des Steinbruchs stehend überschaute sie schnell die Situation, in die sich das kleine rote Katerchen gebracht hatte. Wahrscheinlich auf der Kaninchenjagd war er in den Steinbruch gerutscht, auf einem kleinen Vorsprung zum Stehen gekommen und nun wusste er nicht weiter. Zum Heraufklettern war die Wand zu steil und in die Tiefe wollte er auf keinen Fall. Wusste er doch nicht, dass es an anderer Stelle sogar Wege gab, die den LKWs ermöglichten den Steinbruch zu befahren. Luise sprach beruhigend auf ihn ein. Sie ahnte nicht, dass er keinem Menschen vertraute. Was konnte sie unternehmen, um den kleinen Kerl zu retten. Erst einmal bat sie ihn durchzuhalten. Sie würde ganz bestimmt zurück kommen und ihn aus dieser Falle befreien. Katerchen glaubte nichts, aber die Tiere am Zaun signalisierten ihm Zuversicht.
Bereits am frühen  Nachmittag hatte Luise all die Dinge organisiert, mit deren Hilfe sie glaubte Katerchen zu retten und sie belud ihr Auto mit Seil, Futter und einer Katzenfalle aus dem Tierheim. Ein netter Nachbar, zum Glück war er schon im Ruhestand, unterstützte sie bei der Aktion und wie sich jeder denken kann, sie hatte Erfolg.
Wir wissen nicht wie lange Katerchen schon auf dem Vorsprung saß, dass hatte er vor lauter Schreck selber vergessen und auch in späteren Jahren in Gesprächen mit uns jungen Katzen fiel ihm das nicht mehr ein.
Für uns ist nur wichtig, dass er die Falle betrat, die Luise mit Hilfe des Nachbarn und der Seile auf den Vorsprung herunter ließ. Er hatte soviel Hunger, dass er all sein Misstrauen beim Duft der Köstlichkeiten, die da vor ihm ausgebreitet waren, unterdrückte. Er saß in der Falle, wurde hochgezogen, starb fast vor Angst und beim Versuch ihn aus der Falle in einen Katzenkorb zu setzen biss, kratzte und fauchte er so heftig, dass Luise schnell die Falle schloss und ihn darin sitzen ließ.
Am Abend erwartete sie Gäste. Ihr könnt euch sicher denken, wer das war. Als Renate mit ihrem Mann eintraf hatte Katerchen sich immer noch nicht beruhigt, saß verschüchtert in einer Ecke des langen Käfigs und fraß nun auch nicht mehr. Die beiden sprachen mit ihm, bewunderten seine Schönheit, sein kuscheliges Fell und Katerchen spürte ihr Entsetzen über seinen gebrochenen Kiefer.
Im Laufe des Abends kam das Gespräch immer wieder auf  Luises Rettungsaktion zurück und traurig stellte sie fest, ich kann Katerchen nicht behalten. Ihr Mann war allergisch gegen rote Katzenhaare. Renates Mann winkte ab, wir haben mit unseren Tieren genug. Sie blieb still und Luise wollte am nächsten Morgen Katerchen schweren Herzens samt Falle ins Tierheim bringen. 
Auch das kam anders. Im Tierheim war die  Katzenseuche ausgebrochen und die Leiterin befürchtete, dass unser Katerchen zuwenig Widerstandskraft habe und sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen anstecken würde. Ob Luise ihn nicht behalten könnte, bis die Seuche unter Kontrolle gebracht wäre und Katerchen wieder aufgepäppelt sei. Und so stand wenig später die ratlose Luise vor Renates Haustür, Katerchen inzwischen mit Hilfe der erfahrenen Tierheim-Mitarbeiter und dicken Handschuhen  in einen Katzenkorb umgesetzt.
Warum soll ich es lange ausschmücken, Luigi zog zu Renate und ihrer Familie und der restlichen Katzenbande ein.
Der Begin ihrer gemeinsamen Zeit begann mit Aufregungen. Beim ersten Versuch den Korb zu öffnen verschwand Katerchen. „Nicht aufzufinden“ war der Kommentar der Familienmitglieder und Freunde der Kinder, die sich alle an der Suche beteiligt hatten. Renate glaubte nicht das ihr Schützling weit weg gelaufen sei und bat die anderen im Haus zu bleiben. Und sie täuschte sich nicht. Im Garten stand ein zweckentfremdeter Hühnerstall und dort im aufgestapelten Holz saß er, zog sich bei Renates Näherkommen sofort in einen Hohlraum zurück. Aber sie hatte ihn entdeckt und war beruhigt. Er war klug. Er würde die ihm in seiner neuen Familie gebotenen Annehmlichkeiten beim Anblick der anderen Katzen schon erkannt haben.
Eine ganze Woche verbrachte Katerchen in dem Holzstapel. Renate stellte ihm das Futter hin. Er fraß, wenn sie wieder im Haus war. Nachts freundete er sich mit den anderen Katzen an, erfuhr einiges über seine neuen Futtergeber und streckte nach einigen Tagen bereits erwartungsvoll seinen Kopf aus dem Holzstapel hervor und zeigte seine Freude über das ihm so liebevoll zusammen gestellte Futter. Und dann, an einem Sonntagmorgen, die Familie hatte länger geschlafen, die Katzen saßen erwartungsvoll in der Küche und hofften, der Tag würde endlich beginnen, öffnete sich ganz langsam und leise die Katzenklappe und Katerchens Gesicht erschien. Von der Katzenbande herzlich willkommen geheißen setzte er sich mit ihnen in die Runde und als Renate die Küche betrat sah es so aus, als wäre er immer schon bei ihnen gewesen.  Sein Leben lang blieb Katerchen misstrauisch und vorsichtig, aber der  Familie gehörte sein Vertrauen.
Natürlich dauerte es eine Weile bis er sich rundherum in seiner neuen Familie mit all ihren Stärken und Schwäche wohl fühlte und sein Misstrauen ganz ablegte. Da war der Schlagzeug spielende Sohn, der auch noch dem Klavier und der Gitarre für Katzenohren viel zu laute Geräusche entlockte. Aber da auch Oma, Opa und ihr Hund Nicky immer wieder betonten, sie fänden es schön,  wenn die Jugend musiziert und sie mussten schließlich auch dieses Getöse über sich ergehen lassen,  lernte er, seine Ohren zuzuklappen und den Lärm an sich vorbei ziehen zu lassen. Das war beim Gekicher und Geschnatter der Freundinnen der Tochter oft schwieriger. Schließlich wollte er schon wissen, worüber sie sprachen, auch wenn die Tonlage oft schwierig zu ertragen war, für ihn als Kater.
Es wurde Februar. Renate lief schon den ganzen Tag aufgedreht durchs Haus und die Katzen glaubten, der den ganzen Tag vom Himmel fallende Schnee wäre Schuld daran. Das konnten sie verstehen. Sie selber rannten immer wieder Schneeflocken haschend durch den Garten, verfolgten ihre eigene Spur  und tobten über den zugefrorenen Teich. Nur um sich aufzuwärmen gingen sie ins Haus, schliefen einen kurzen Schlaf und rannten wieder hinaus. Das Lieblingsspiel, und das sollte auch in schneefreien Tagen lange so bleiben, war
“Bäume wechseln“. Das lernte ich leider nicht mehr kennen, weil einer der dafür unbedingt gebrauchten Bäume diesem furchtbaren Sturm in einem Januar vor meiner Geburt zum Opfer fiel. Aber die anderen haben mir erzählt, wie viel Spaß es gemacht hatte den Walnussbaum heraufzuklettern, oben angekommen zu warten bis eine andere Katze in der Blumenesche saß,  um dann gleichzeitig loszurennen, in der Mitte des Rasens sich zuzublinzeln und blitzartig den anderen Baum hochzuklettern. Bis zum Umfallen wurde diese Spiel gespielt und die Katzen freuten sich immer wieder über die bewundernden Ausrufe der Familie.
Schon seit dem frühen Nachmittag durfte Katerchen, der jetzt Luigi hieß, nicht mitspielen. Er wurde in einem der wenigen Zimmern im Haus festgehalten, aus dem man als Katze ohne menschliche Hilfe nicht heraus kam. Gemein, sagten alle. Zu früh vertraut, dachte Luigi.
Es war schon dunkel. Nicky wurde zusammen mit Luigi ins Auto gesetzt und Renate fuhr mit ihnen davon und am allerschlimmsten war, sie kam ohne die beiden  zurück.
Später klärte sich natürlich alles auf. Renate fuhr am selben Abend noch einmal davon. Diesmal blieb sie viel länger weg und die Erleichterung der Katzen war groß als sie ihre Kumpel begrüßen konnten, die beide sehr eigenartig durch den Raum torkelten. Für Alkohol verabscheuende Wesen ein eigenartiges Verhalten. Nicky wurde freudig von Oma und Opa in Empfang genommen, und der für eine Katze ungewöhnlich nasse Luigi fiel auf seinen Lieblingsschlafplatz auf Renates Kuscheldecke und schlief auch sofort ein.
Was war mit ihnen geschehen? Auch hier ist die Erklärung wieder sehr einfach. Renate war mit ihnen beim Tierarzt und sie sind kastriert worden. Kaum aus der Narkose wach keimte Luigis altes Misstrauen wieder auf und er nahm die erste sich bietende Gelegenheit wahr davonzurennen. Und Renate rannte hinterher, sozusagen über Stock und Stein. Sie umrundete Hecken, Zäune, betrat fremde Gärten, immer Luigis weiße Schwanzspitze im Auge, der einzige Anhaltspunkt in der Dunkelheit, der Gefahr lief, sich im Schnee zu verlieren. Sie stand erschöpft und mutlos in einem Hauseingang, hatte gerade ein Holzlager umrundet, in der Annahme, Luigi hätte sich dahinter verborgen und nun fand sie ihn nicht mehr. Sie dachte an Nicky, der im kalten Auto lag und bestimmt fror. Da entdeckte sie in einer offenstehenden Garage wieder die weiße Schwanzspitze. Vorsichtig näherte sie sich dem Ausreißer, sah ihm fest in die Augen, sprach leise, beruhigende Worte, erzählte von den zu erwartenden schönen gemeinsamen Tagen und Luigi blieb stehen, erwiderte ihren Blick und ließ sich auf den Arm nehmen und widerstandslos zum Auto tragen und würde nie mehr Misstrauen gegenüber seiner Familie empfinden.
Im Oktober als unsere kleine Kitty starb, Luigis langjährige Freundin und Begleiterin in glücklichen Stunden, verlor er seine Lebensfreude und sein Kumpel Carlito, der beste aller Baumstürmer, konnte ihn nicht trösten. Luigi glaubt, wir Jungen hätten jetzt alles von ihm gelernt, was zu lernen ist und er will zu Kitty und all den anderen, die ihn in seinem Leben begleitet haben, ins Regenbogenland und er steht schon auf der Brücke, sieht Kitty und die anderen winken und sieht dann uns mit großen Augen an, lässt es zu, dass wir ihm zärtlich mit der Zunge über den Kopf streichen und wir sagen ihm, geh nur Luigi, geh ganz ruhig und warte auf uns, eines Tages kommen wir auch und bis dahin werden wir noch viel Erleben, Spaß haben und lachen, aber wir werden dich nie vergessen.










Wo ist Minou ? Wir vermissen sie immer noch




Ich heisse Enzo Ferrari.

Meine Familie sagt, der Name ist Programm, weil ich immer und überall mit Vollgas starte. 
Meine Schwester ist eine hübsche dreifarbige Lady. Sie heißt Minou. Aufgewachsen sind wir in einem zauberhaften Garten. Zahlreiche Bäume und Sträucher locken Vögel, Igel, Schmetterlinge, Eichhörnchen an, die wir nicht jagen dürfen. Renate sagt, auch die kleinen Lebewesen haben eine Seele und wollen fröhlich durch den Tag springen, fliegen, hüpfen und  
nicht von solchen Ungeheuern wie wir für sie sind gejagt werden. Und jetzt ist Minou verschwunden. Ich habe sie noch aufgeschreckt von einem lauten Knall aus dem Garten laufen sehen. Jetzt suchen wir sie schon seit Monaten. Damit ich nicht zu traurig bin hat  
Renate einen Kater aus dem Tierheim geholt. Lenin ist ein toller Kerl. Wir haben uns auf Anhieb gemocht und bereits so manches Abenteuer gemeinsam bestanden. Aber auf meine Insel traut Lenin sich noch nicht. Hier habe ich so oft mit Minou in der Sonne gelegen und zugesehen wie die Fische ihre Kreise zogen und nach Insekten schnappten. 




(Die dürfen Tiere jagen, dazu sagt Renate nichts) Oft liege ich hier, denke an die Ausflüge, die ich mit Minou unternahm und stelle mir vor wie es ist wenn sie zurück kommt.


Renate hat ein Buch geschrieben. Das war eine schöne Zeit. Sie saß an ihrem Computer und immer wenn Minou und ich eine Verschaufpause einlegen mussten, sprangen wir zu ihr in den Sessel und machten es uns bequem, kuschelten ein bisschen und schliefen schnurrend ein. 
Aber jetzt ist das Buch fertig. Ihre Freunde finden die Geschichte schön, haben beim Lesen geweint und gelacht und sagen, sie soll schnell eine neue Geschichte schreiben. 
Das würde mir auch gefallen. Dann weiss ich immer, wo sie ist und läuft nicht ständig irgendwo in der Gegend herum wo ich sie nicht finde. 
Jetzt hat Renate mich gebeten, dass sie meine Erlebnisse und Gedanken veröffentlichen darf. 
Und wenn Sie sich mit der Vorgehensweise hier vertraut gemacht hat, werden Sie eine Menge über uns erfahren können. Soviel will ich schon verraten, Minou ist immer noch nicht da. 












Vor dem Sturm



In the air tonight




Warum sind wir nicht bereit aus der Geschichte zu lernen?






Gegen Rechts - Pro Links

Bereitet Schäuble mit seiner angestrebten totalen Überwachung das Vierte Reich vor? Denn wo werden die Nazis von unserem Rechtsstaat an ihrem Tun gehindert?
Aber Musik hörenden junge Leuten, die äusserlich nicht ins System passen, sich Gedanken über den Zustand unserer Republik machen, wird mit allen, auch nicht legalen Mitteln, das Leben erschwert. Dabei braucht jeder Staat die anders Denkenden, wie würden wir uns sonst weiter entwickeln?
Selber war ich 15 Jahre in der Kommunalpolitik aktiv, Willi Brandt und seine Politik hatte mich einst überzeugt, habe bedauernd mein Parteibuch abgegeben, das war schon lange nicht mehr die SPD von Willi Brandt, und mich ins Privatleben zurück gezogen. Denn! Ich sehe, unsere heutigen Machthaber behandeln uns nicht besser als in der Feudalzeit das gemeine Volk behandelt wurde. Werden wir zu anderem gebraucht als Abgaben zu leisten, den Umsatz anzukurbeln, sprich einzukaufen, und alle paar Jahre einmal wählen zu gehen. Mein Fazit, da die Regierenden aller Parteien den Bezug zur Wirklichkeit schon lange verloren haben, fühle ich mich in keiner Partei mehr zuhause. Meine einzige Hoffnung, dass dieser, mein Staat, den Weg zurückfindet in die Menschlichkeit, liegt auf den Linken. Ich bewundere ihren Einsatz. Mir ist vorher kein Fall bekannt geworden, in dem ein Politiker auf einen Posten verzichtet, um die Sache nach vorne zu bringen. Bei den Linken gehört es nach diesen Wahlen fast zum Alltag. Schlimm wie führende Köpfe der Linkspartei bundesweit in der Presse lächerlich gemacht werden.
Nur  Führungspersönlichkeiten, die wieder den Menschen  in den Mittelpunkt ihrer Entscheidungen stellen und nicht nur zu ihrem eigenen Wohl und dem der Lobbyisten handeln werden in der Lage sein, uns aus dieser sozialen Kälte zu führen.




Geheimnisvoll





Wasser, Wind und Salz


Im Glanz des Lichtes







Auf dem Weg zu neuen Abenteuern




Licht aus der Dunkelheit








Wo bleibt das zauberhafte in den Zeiten der Technik?