Wenn Vergangenheit Geschichte ist - Eine Familiengeschichte, eingebettet in die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts
Die überarbeitete Fassung als e-book im neuen Gewand
Der Klappentext
Hanna Elisa fliegt gemeinsam mit ihrem Mann in den Mittleren Osten, um ihre Tochter und das neugeborene Enkelkind zu besuchen. Auf dem langen Flug führen die Gedanken sie in eine Zeit, die sie nur aus Erzählungen ihres Vaters und ihres Großvaters kennt, verfangen sich in den unruhigen Zeiten ihres eigenen Beginns.
Es begann alles auf einer Hochzeit, als die fröhliche Lilli dem Marinesoldaten Hardy begegnete, der einst ausgesandt wurde die Welt zu erobern. Der ehemalige U-Boot Funker Hardy, Sohn eines Bergarbeiters oft nur knapp dem Tod auf den Weltmeeren entronnen und Lilli, ein unbekümmertes rheinisches Mädchen, planten voller Zuversicht ihre gemeinsame Zukunft. Tatkraft und Ideenreichtum, Optimismus und Humor prägten ihre Taten, die sie auch die schwierigsten Zeiten überstehen lässt. Hanna Elisa erlebte zwei Welten. Da war Lillis Familie, angeführt von Jakob, dessen hohes Ansehen im Dorf ihn zum Berater der Unsicheren machte. Von ihm lernte Hanna Elisa schon früh, sich einzumischen und die streng katholische Großmutter, die dem Kind nicht erlaubte am Morgen vor dem Beten zu singen. Im Ruhrgebiet lebten Hardys Eltern, unpolitisch und nicht nur zu Jakobs Entsetzen waren sie einst Befürworter Hitlers Politik. Erst als die Auswirkung des Krieges auch ihre Familie erreichte entstanden Zweifel. Hier erlebte Hanna Elisa Urlaubstage ohne Fesseln, Zusammentreffen der Nachbarschaft auf der Bank unter dem Fliederbaum, gemeinsames Musizieren, Toleranz - aber auch das Auseinandergehen der langjährigen Gemeinschaften, als der Fernseher seinen Siegeszug antrat.
Leseprobe
Mai 1945
Hanna Elisa war
in der Zeit der Nachkriegswirren im Haus von Jakob und Sophia, ihrer Großeltern
geboren und jedes Mal, wenn sie über das Zusammenfinden ihrer Eltern
nachdachte, glaubte sie an eine besondere Bestimmung, die irgendjemand für sie bereithielt.
Warum sonst sollten sich so viele Zufälle ereignet haben, – zudem glaubte sie
nicht an Zufälle – damit sie geboren werden konnte. Ihr Vater gehörte zu den
wenigen Funkern des Geburtsjahres 1922, die die gesamten Kriegsjahre auf
U-Booten verbrachten und von einer Glücksfee beschützt, die Katastrophe des
Naziregimes überlebten. Ihre Mutter wäre gar nicht geboren worden, wäre vor
langer Zeit nicht der Keuchhusten in einem kleinen Dorf am Rhein ausgebrochen
und ein alter überforderter Sanitätsrat hätte noch durch den Husten eines
Kindes in seiner Seele berührt werden können, der einst das Grauen des ersten
Weltkrieges nur dadurch überlebte, dass er sein Innerstes vor Leid und Elend
verschloss.
Im Jahre 1912
kaufte Jakob für siebentausend Goldmark noch vor seiner Hochzeit Hanna Elisas
späteres Geburtshaus. Das Fachwerkhäuschen bot gerade so viel Raum, dass in
Notzeiten zwei Familien unter seinem Dach leben konnten. Der schmale verputzte
Giebel des einfachen "Hüsjens" zeigte zur Straße, alte dichte
Rosenbüsche säumten den Weg zur Haustür. Hinter dem Haus befanden sich ein
gepflasterter Hof, ein kleiner Blumen- und Kräutergarten, in dem im Herbst das
Wintergemüse eingeschlagen wurde, ein Stall für Ziegen, Schweine und Federvieh,
ein Hühnerhof und eine von einem alten Walnussbaum überragte Scheune. Der
sparsame Jakob bezahlte das Haus bar. Sophia lobte bis ins hohe Alter die
Klugheit und Weitsicht ihres Mannes, dem sie sich in so jungen Jahren
anvertraute.
Hanna Elisas Vater kam im Spätherbst 1945
nach der Entlassung aus britischer Kriegsgefangenschaft als Verlobter von Jakob
und Sophias Tochter Lilli ins Haus seiner zukünftigen Schwiegereltern. Freudig
hatte Jakob Weihnachten 1944 der Verlobung seiner jüngsten Tochter zugestimmt
und mit Hilfe der gesamten Verwandtschaft das Fest so aufwendig gestaltet, wie
die Zeit und die notwendigen Einschränkungen es zuließen, denn Jakob war
überzeugt, es lohnte sich wieder in die Zukunft zu planen und wagte
vorauszusagen,
„Das ist das
letzte Weihnachtsfest dieses Krieges und damit ist auch das Ende von Hitlers
Regime absehbar! Wir sehen besseren Zeiten entgegen.“
Sophia hoffte, Jakob würde Recht behalten,
mahnte aber zur Vorsicht. Noch war Hitler an der Macht und unbedachte
Äußerungen hatten schon anderen geschadet. Man konnte nie wissen, wie sein
Gegenüber dachte und das Gehörte nutzen würde.
In kommenden Jahren fragte Hannas Vater sich
oft, war es Dummheit, Verantwortungsbewusstsein oder Treue, dass er nach der
Gefangenschaft zu Lilli zurückkehrte und andere Möglichkeiten der
Lebensgestaltung unbesonnen verstreichen ließ.
Als der Krieg
sich im Februar 1945 seinem Ende näherte, Großadmiral Dönitz seine U-Boote
nicht mehr zu Himmelfahrtskommandos in die Weltmeere entsandte, der Lebensraum
um Hardy, der bereits in Schutt und Asche lag, sich in ein unübersehbares Chaos
verwandelte, hielt er sich in der Nähe von Hamburg auf.
Einzelheiten
des Tages, an dem er sich vom Militärdienst verabschiedete, kurz entschlossen
seine Einheit verließ, den Befehl, sich am Endkampf zu beteiligen missachtend,
hatte er über die rasant aufeinander folgenden Ereignisse vergessen. Im
Gegensatz zu seinen Vorgesetzten glaubte er schon lange nicht mehr an die
Möglichkeit, die immer näher rückenden Alliierten aus dem am Boden liegenden
Deutschland noch in letzter Minute vertreiben zu können. In Erinnerung
geblieben war ihm nur ein kurzer Ausschnitt dieses Tages, der in seinen Träumen
immer wieder kehren würde.
Er stand am
Rand eines lichten Wäldchens, vor ihm lag eine freie weite Wiese. Trotz der
pausenlos in seine Richtung fallenden Schüsse stand er unbeweglich und wagte es
nicht, aus dem Grün des Buschwerks herauszutreten. Erst als der Windzug einer
vorbei fliegenden Gewehrkugel sein Ohr streifte, setze er einen Fuß auf die
Wiese und ohne über die Folgen nachzudenken begann er zu rennen. Er rannte,
behindert durch den auf seinem Rücken festgeschnallten prall gefüllten Rucksack
und den dicken feldgrauen Marinemantel, den er erst vor wenigen Tagen für den
Bodeneinsatz zugeteilt bekam und an diesem Morgen zum ersten Mal angezogen
hatte, so schnell über das leicht ansteigende Gelände wie in seinem ganzen
Leben noch nicht. Die hinter den Bäumen und Büschen lauernden Schützen
verstärkten den Angriff auf den allein in weiter Flur rennenden Hardy und
schossen pausenlos weiter und Hardy rannte und rannte auf den in unendlicher
Ferne liegenden Wald zu, der an das Feld angrenzte mit dem Wissen, eine bessere
Zielscheibe, als er den Tommys bot, hätten sie nirgendwo bekommen können.
Während er rannte und links und rechts von
ihm die Gewehrschüsse in den Boden einschlugen, griff seine Hand fester um das
Gewehr, das vollkommen nutzlos über seiner Schulter hing. Fast hätte er
gelacht. Aber Luftmangel hinderte ihn daran. Und immer noch fielen links und
rechts von ihm die Schüsse und er war davon überzeugt, sein Leben hing nur von
der Schnelligkeit seiner Beine und der schlechten Qualität der feindlichen
Gewehre ab. Indem er rannte schweiften seine Gedanken in die Vergangenheit. Der
fröhlich klingende Refrain eines längst vergessen geglaubten Kinderliedes, das
vor eintausendundzwanzig Jahren Morgen für Morgen in seinem Kindergarten
gesungen wurde, dröhnte in seinen Ohren,
„links, rechts,
links, rechts,
Säbel an der
Seite, Schulter das Gewehr
und mit großer
Freude marschieren wir daher
links, rechts, links, rechts“
und er
erkannte, warum er sich schon als kleiner Knirps dagegen gesträubt hatte, das
Lied zu singen.
„Oh Gott, lass
die Tommys daneben schießen!“
„Junge, Tempo,
Tempo!“
feuerte er sich
an, noch schneller zu laufen.
Nie war es ihm so gegenwärtig, die Kugel war
schneller als der Schall. Aber was nutzte dieses Wissen, die an ihm vorbei
fliegende Kugel steckte bereits irgendwo
im Boden, wenn er sie hörte, aber was passierte mit der nächsten?
Es
blieb ihm keine Zeit darüber nachzudenken. Die kühle Morgenluft griff die
Atemwege an, Bronchien und Lungen schmerzten. Der Wald näherte sich und wieder
pfiff eine Kugel an seinem Kopf vorbei. Hardy schmiss sich in das von Wind,
Schnee und Regen nieder gedrückte Gras des vergangenen Herbstes. Atemlose
Stille. Er lauschte.
Wahrhaftig, die Tommys glaubten, ihn getroffen
zu haben. Es wurde nicht mehr auf ihn geschossen. Erst in diesem Augenblick
wurde ihm bewusst, er hatte nicht nur ein Gewehr, er hielt auch eine
Panzerfaust in der Hand. Vorsichtig sah er sich um, robbte ein paar Meter
weiter und ließ sie in eine Bodensenke gleiten,
„Genug des
Heldentums!“
und da die
Schießpause anhielt und sein Atem sich beruhigt hatte, richtete er sich
vorsichtig auf, und lief los, und lief und lief, lief seinen Häschern
und ihren Gewehren in den dicht mit Unterholz bewachsenen Wald davon.
Noch nach
Jahrzehnten spürte er die Angst, den Zorn und die Ernüchterung, wenn er sich
daran erinnerte, dass der Wald ihm auch nicht die Sicherheit bot, die er sich
erhofft hatte, denn dort stand ein Panzer, umringt von deutschen Soldaten und
er wurde aufgefordert, sich zu einem zweiten in der Nähe stehenden Panzer zu
begeben, um gemeinsam mit ihnen ein für alle Mal den Feind aus Deutschland zu
vertreiben.
Indem Hardy bereits vor Jahren die Taktik der
Machthaber durchschaute, die die eigenen Kriegsberichterstatter dazu
missbrauchten durch Falschmeldungen die jungen Soldaten zu motivieren,
unerschrocken in den Kampf für eine bessere Welt zu ziehen, versank für alle
Zeit sein Glauben an die Mächtigen in den Tiefen der Meere, begleitet von den
Schreien ertrinkender Feinde und Freunde.
Hätten sie nur annähernd so viele U-Boote
besessen, wie Hitler seinem Volk zu Beginn des Krieges verkündete, wäre England
vom Nachschub abgeschnitten worden. Aber so? Nur ein Drittel der vorhandenen
Boote befanden sich auf Feindfahrt, ein weiteres Drittel war zum Auftanken auf
Kurs in den Heimathafen, das letzte Drittel lag zur Reparatur in der Werft und
als er mit der U-2 zu seiner ersten
Feindfahrt abkommandiert wurde, besaß die Deutsche Kriegsmarine insgesamt zwölf
einsatzbereite U-Boote. Beim Anblick der fanatischen jungen Soldaten, die jetzt
noch bereit waren für die Vertreibung des Feindes Gesundheit und Leben zu
opfern, dachte er an die Euphorie zurück, mit der er und seine Kameraden zum
Unternehmen „Seelöwe“ anrückten, das in den ersten Monaten des Krieges
gestartet wurde. Auf Hitlers Befehl wurden sämtliche auch im privaten Besitz
befindliche Motorboote, auch die allerkleinsten, auf der Ostsee zusammen
geführt. Die Bootseigner, als
Maschinisten angeheuert, vereidigt und in Uniformen gesteckt, blieben auf ihrem
Boot. Keiner kannte die vorhandene Technik besser als sie. Sie nahmen Kurs auf
England, erhielten den Befehl, die Insel zu isolieren, hielten Ausschau nach
einem Feind, der sich nicht zeigte und verbrachten erholsame Tage auf dem
Wasser. In Ermangelung des echten Feindes baute die Besatzung des Bootes, auf
dem Hardy seinen Dienst versah, unter Anleitung eines „alten Hasen“ Windvögel in vielfältiger Ausfertigung, entließen
sie in die Freiheit und als sie hoch am Himmel standen, ernannten sie ihre
Werke zu Zielscheiben und schossen sie ab. Ihre Unerfahrenheit ließ zu, dass
sie es bedauerten, als die Operation noch vor der ersten Feindberührung
abgebrochen wurde und sie unbeschadet vollzählig wieder in ihre Heimathäfen
einliefen.
„Verdammte Scheiße! Wie viele unsinnige
Befehle ich schon entgegen genommen habe! Jetzt ist Schluss! Mich haben sie
genug verarscht“.
Hardy hatte die Kriegsjahre körperlich
unversehrt überstanden. Sollte er noch in den letzten Kampftagen sinnlos sein
Leben in Gefahr bringen? Hatte er nicht erst vor wenigen Minuten beschlossen
kein Held zu sein?
Nein, er war neugierig auf eine Zukunft, die
er selber gestalten würde, in die er nicht einplante, als Befehlsempfänger
einer Obrigkeit zu dienen, die zum Wohle des Volkes nur die eigenen
Vorstellungen durchsetzten und missachtete diese und weitere Aufforderungen
sich kleinen Kampftrupps anzuschließen und er lief abermals, entfernte sich von
den Panzern, dem Kampf und weiteren Schüssen und stolperte in sein ureigenes
Leben hinein.
Bereits einen Tag später saß er in
Zivilkleidung, seine Uniform hatte er gut versteckt und würde ihm in geänderter
Form in den nächsten Jahren noch gute Dienste leisten, in der Küche eines
großen Bauernhofes und lauschte ungläubig den Worten der Bäuerin, die ihm
erzählte, dass seit Beginn des Krieges russische Zwangsarbeiter bei ihnen
lebten, die das Großdeutsche Reich bei der Machterweiterung mit ihrem Einsatz
unterstützen sollten und jetzt besorgt fragten, wo sie ihr weiteres Leben
verbringen würden.
Nach den langen Jahren des Krieges liebten
die Russen die norddeutsche Landschaft, die deutsche Sprache und Kultur und
keiner von ihnen wollte in die stalinistische Sowjetunion zurück und ihnen wäre
es recht, könnten sie in Deutschland bleiben.
Wie viel Leben hatte Hardy in den Jahren auf
dem Wasser versäumt?
Mit wenigen
Worten gab der Bauer zu verstehen, er hat
Platz, Arbeit und Nahrung für jeden, der in dem augenblicklichen Durcheinander den Weg zu ihm fand.
Vor gar nicht
langer Zeit wurde auf Befehl des Militärs in einem nahe gelegenen Bunker mit
größter Diskretion ein reichhaltiges Lebensmittellager angelegt, bestimmt für
die den Endsieg herbeiführenden Soldaten.
„Viele meiner
Erzeugnisse liegen in den dunklen Gemäuern.
Wem nützen sie, wenn nicht uns! Die Sorge um den Endsieg hat sich glücklicherweise erledigt und
unsere Soldaten werden von den Tommys ernährt.
Also schaden wir niemanden, wenn sie in unsere knurrenden Bäuche wandern“.
In diesen Tagen nun, in denen das
Großdeutsche Reich zusammenbrach, fanden die Vorräte endlich den Weg in den
Kochtopf und die Gestrandeten, Soldaten, Flüchtlinge, Obdachlosen und Zwangsarbeiter, die den Hof für sich als
Unterschlupf entdeckten und bereit waren, bei den anfallenden Arbeiten mit
anzufassen konnten bleiben, Atem schöpfen in der Stille der Landschaft. Alle
wurden satt.
Die meisten von
ihnen kamen aus dem zerbombten Hamburg. Schauspieler, Schriftsteller, Journalisten, Techniker,
Professoren, Handwerker, eine bunt zusammen gewürfelte Gesellschaft setzte sich
zu den Mahlzeiten mit Knechten und Mägden an einen Tisch. Selbst für die
Verwöhnten und Ungeschickten gab es zu tun. Sie putzten Gemüse, schälten
Kartoffel, wuschen und bügelten die Wäsche, halfen die Tiere zu füttern und
misteten die Ställe aus. Durch das erfahrene Leid waren einige von ihnen nicht in der Lage
eigenständig ihren Tagesablauf zu gestalten, hörten immer noch die Schreie
verletzter Kinder, den Fliegeralarm und das Zischen der fallenden Bomben, sahen
das Feuer in den zerstörten Städten wüten. Sie holten in ihren Träumen ihre
Liebsten zurück, die unter den Trümmern der Häuser begraben waren, die ihnen
seit Generationen Sicherheit geboten, für die Zukunft Geborgenheit und Schutz
versprochen hatten und nun baten ihre Toten darum, in Frieden gehen zu dürfen,
losgelassen zu werden von den Lebenden, die orientierungslos durch den Tag
liefen, auf die Anweisungen der Starken wartend. Niemand redete über das
Erlebte. Schweigend ertrug jeder sein Leid.
Am achten Mai 1945, Hardy wurde
an diesem Tag dreiundzwanzig Jahre alt und die Gutsherrin hatte ihm einen
Geburtstagskuchen backen lassen, marschierten die Briten auf dem wunderschönen
Anwesen ein und Hardys Traum von der Freiheit zerbrach ebenso schnell wie die
Gemeinschaft der Gestrandeten. Die Tommys annektierten den Hof. Die russischen
Zwangsarbeiter wurden auf Lkws verfrachtet und in die Sowjetische Zone
gebracht. Jeder wusste, dass Stalin alle inhaftieren würde. Trotzdem gab es für
sie keine Möglichkeit in Deutschland zu bleiben, um dem schrecklichen Schicksal
zu entgehen.
In den Trümmern von Remagen aufgewachsen habe ich mir seit frühester Kindheit Gedanken zum Krieg gemacht, ob von Staatshäuptern oder Industriellen ausgehend, ob der Krieg sich gegen den Menschen richtet oder gegen die Natur. (die letztendlich immer beide betroffen sind) Die Entwicklung der Waffen spricht nicht von Intelligenz sondern von Verblendung und Selbstverliebtheit.
Mein Fazit, kein Krieg ohne Religion, Gier, Dummheit, Kurzsichtigkeit, Überheblichkeit. Kein Krieg ohne die Denkweise der Krupps, Thyssen und Quandts.... Auf allen Kontinenten unserer Erde fehlt Geld für Bildung und Nahrung, aber nirgendwo für Waffen. Still und leise wurde während der letzten Fußballweltmeisterschaft die Luftwaffe der Bundeswehr für Milliarden aufgerüstet, vor wenigen Wochen wurden wieder Milliardenbeträge bewilligt. Sind wir bereit wieder zu töten?
Leid über die Menschheit zu bringen?
Wo bleibt der Aufschrei des Volkes??
Und gleichzeitig wachsen in unserem reichen Land Kinder in Armut auf, hungern, Bildung bleibt ihnen versagt, kein Geld für Kita und Ganztagsschulen. (Ein gebildetes Volk ist nicht manipulierbar) Die unteren Einkommengruppen werden von unseren Machthabern immer höher belastet, läßt die Reichen noch reicher werden.
Es ist Zeit aufzustehen, aber wer beginnt?













